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ZEMA - Detailansicht für Ereignis vom 09.07.1994

Bezeichnung 9418 (1994-07-09 Explosion eines Staub- / Luftgemisches mit Folgebrand)
Einstufung des Ereignisses Einstufung Anhang VI Teil1: III
Ereignisdatum 09.07.1994

Anlagedaten

Anlagenart Feuerungsanlage einschließlich zugehöriger Dampfkessel mit einer Feuerungswärmeleistung von 1 Megawatt oder mehr (1.3-1)
betroffener Anlagenteil Reststoffaufbereitungsanlage ( Vorzerkleinerer )
Produkt /
Postleitzahl 64832
Ort des Ereignisses Groß-Umstadt
Bundesland / Land: Hessen

Ereignisdaten

Art des Ereignisses Brand, Explosion
Datum / Zeit 09.07.1994 09:15 bis 10.07.1994 00:00
Ursache (Kategorie) chemische Reaktion
Betriebsvorgang Prozess

Beteiligte Stoffe

Stoffe CAS-Nr. Anhang 1 Nummer neu Stoffmenge in kg
Kat.: Explosionsfähige Staub-/Luftgemische 3)

Auswirkungen innerhalb der Anlage

Verletzte Beschäftigte: 0 Einsatzkräfte: 0
Tote Beschäftigte: 0 Einsatzkräfte: 0
Art der Sachschäden Ja Kosten: 330000 €
Art der Sachschäden Maschinen
Art der Umweltschäden Nein Kosten: 0 €
Art der Umweltschäden

Auswirkungen ausserhalb der Anlage

Verletzte Beschäftigte: 0 Einsatzkräfte: 0 Bevölkerung: 0
Tote Beschäftigte: 0 Einsatzkräfte: 0 Bevölkerung: 0
Art der Sachschäden Ja Kosten: 94000 €
Art der Sachschäden Gebäudeschäden
Art der Umweltschäden Nein Kosten: 0 €
Art der Umweltschäden

Beschreibung des Ereignisses

Beschreibung des Ereignisses Beschreibung:
In der Reststoffaufbereitungsanlage ( Vorzerkleinerer) werden anfallende Stäube aus der Resopalfertigung, kleinere und größere Resopalabfallstoffe und Papierreste auf eine Größe von unter 4 mm zerkleinert und in Silos gefördert, um sie anschließend der Verbrennung in den Kesseln zuzuführen.
Am 09.07 1994 ereignete sich in der Anlage gegen 9.15 Uhr eine Staubexplosion mit anschließender Brandentwicklung.
Durch die Druckwelle wurde die Glaswand zum Kesselhaus zerstört und das Blechdach um mehrere cm angehoben. Zusätzlich wurden Blechabdeckungen der Reststoffaufbereitungsanlage angehoben. Kunststoffkompensatoren zw. Trogkettenförderer, Förderschnecke und Siebmaschine wurden durch die Temperatur- und Druckbelastung der Explosion zerstört. Die über der Siebmaschine befindliche Decke aus losen Betonelementen wurde ebenfalls angehoben.
Zum Zeitpunkt der Explosion waren 6 Mitarbeiter mit der Reinigung eines Kessels im Keller beschäftigt, einer davon frühstückte im Kesselhaus hinter der Glaswand zum Zerhackerraum. Er wurde jedoch nicht verletzt. Die 6 Mitarbeiter konnten den beginnenden Brand mit Handlöschern sofort löschen, nicht jedoch die Glimmbrände im Zerhackerraum, so daß die freiwillige Feuerwehr Groß-Umstadt gerufen werden mußte. 23 Feuerwehrleute waren bis ca. 14.00 Uhr im Werk.
Die Anlage mit dem Trogkettenförderer wurde erst ca.10 min nach der Explosion abgeschaltet, so daß der nach der Explosion über den Trogkettenförderer weitergeführte Staub Schwelbrände in 2 Silos entfachen konnte. Nach Feststellung der Schwelbrände wurde zusätzlich zur Freiwilligen Feuerwehr die Werkfeuerwehr der Fa. Merck gerufen. 6 Feuerwehrmänner versuchten die Schwelbrände mit CO2 zu ersticken. Gegen 21.30 Uhr wurde dies als nicht gelungen abgebrochen und auf Anraten der Werkfeuerwehr Merck wieder die Freiwillige Feuerwehr Groß-Umstadt gerufen, um unter optimalem Schutz die Silos so weit zu leeren, daß die Brandnester abgelöscht werden konnten. Bis Sonntag früh ca. 2.00 Uhr waren 23 Personen im Einsatz. Dann übernahm die betriebseigene Werkfeuerwehr mit 6 Personen die Restlöscharbeiten. Um ca. 4.30 Uhr war alles gelöscht. Bei den halbstündigen Kontollgängen der Werkfeuerwehr wurde gegen 22.30 Uhr wieder Rauchentwicklung in einem Silo festgestellt und mit eigenem Personal bis ca. 24.00 Uhr abgelöscht.
Aufgrund der verwischten Spuren durch die Löscharbeiten wurde die Untersuchung hinsichtlich einer Festlegung über die Schadensursache erheblich erschwert. Als wahrscheinlich wird angenommen, daß sich phenolharzgetränkte Papierabfälle zwischen die Hohlräume der fehlenden Schneidmesser geklemmt haben, was mangels der ungenügenden Durchmischung zu großen Reibleistungen geführt hat. Die dabei entstehende Wärme leitete das Ausgasen von brennbaren Bestandteilen des Phenolharzes ein und bildete zusammen mit dem Staub in Luft ein hybrides Gemisch, welches die Mindestzündenergie herabsetzte. Die Zündung könnte dann durch den Schwelbrand selbst erfolgt sein. Heiße Metallteile können ebenfalls beteiligt gewesen sein.

Notfallmaßnahmen

Beschreibung der Notfallmaßnahmen

Schlussfolgerung

Beschreibung der Schlussfolgerung Vorkehrungen zur Vermeidung:
Um in Zukunft derartige Explosionen und Brände zu vermeiden, wurden in den Berichten der Technischen Überwachung Hessen (Sicherheitstechnische Betrachtung der Brennstoffaufbereitung, Abschntt 1: von der Staubübergabe bis zu den Silos; Sicherheitstechnische Betrachtung der Brennstoffaufbereitung, Abschnitt 2: von den Silos bis zur Feuerung) zu treffende Maßnahmen und Richtlinien für die Wiederinbetriebnahme der Anlage detailliert niedergelegt.

ausgewertete Unterlagen

ausgewertete Unterlagen Meldung nach § 11 Abs.3 Störfall-VO; Berichte der Technischen Überwachung Hessen (TÜH) vom Aug. 1994: Ursachenuntersuchung zu der Staubexplosion in der Reststoffaufbereitungsanlage im Juni 1994; Sicherheitstechnische Betrachtung der Brennstoffaufbereitung, Abschntt 1 (von der Staubübergabe bis zu den Silos); Sicherheitstechnische Betrachtung der Brennstoffaufbereitung, Abschnitt 2 (von den Silos bis zur Feuerung);
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