ZEMA - Detailansicht für Ereignis vom 24.09.1998
| Bezeichnung | 9827 (1998-09-24 Explosion mit Folgebrand an einem Transportbehälter für Zinn-Alkyle) |
|---|---|
| Einstufung des Ereignisses | Einstufung Anhang VI Teil1: I 2a |
| Ereignisdatum | 24.09.1998 |
Anlagedaten
| Anlagenart | Anlagen zur fabrikmäßigen Herstellung von Stoffen durch chemische Umwandlung (4.1-1) |
|---|---|
| betroffener Anlagenteil | Spülstation für Transportbehälter |
| Produkt | - |
| Postleitzahl | 59192 |
| Ort des Ereignisses | Bergkamen |
| Bundesland / Land: | Nordrhein-Westfalen |
Ereignisdaten
| Art des Ereignisses | Brand, Explosion |
|---|---|
| Datum / Zeit | 24.09.1998 13:23 bis 24.09.1998 00:00 |
| Ursache (Kategorie) | Bedienfehler (gegen Vorschrift) |
| Betriebsvorgang | Wartung / Reparatur |
Beteiligte Stoffe
| Stoffe | CAS-Nr. | Anhang 1 Nummer neu | Stoffmenge in kg |
|---|---|---|---|
| Natriumhydroxid |
1310-73-2 | 30,00 | |
| Wasserstoff |
1333-74-0 | 2.44 | |
| Aluminiumalkyle |
7a | 10,00 | |
| Heptan (Anm. C) |
142-82-5 | 7b |
Auswirkungen innerhalb der Anlage
| Verletzte | Beschäftigte: 1 | Einsatzkräfte: 0 |
|---|---|---|
| Tote | Beschäftigte: 1 | Einsatzkräfte: 0 |
| Art der Sachschäden | Ja | Kosten: 1800000 € |
| Art der Sachschäden | ein zerstörter Transportbehälter, mehrere durch Hitzeeinwirkung beschädigte Transportbehälter sowie Rohrleitungen, Beschädigung des Rollenbocks, Beschädiguung/Zerstörung der Dach- und Fassadenfläche der gebäude B206, B226, B202, Zerstörung einer Kabelbühne, Folgeschäden durch Löscharbeiten an der Elektroverteilung | |
| Art der Umweltschäden | Nein | Kosten: 0 € |
| Art der Umweltschäden | ||
Auswirkungen ausserhalb der Anlage
| Verletzte | Beschäftigte: 0 | Einsatzkräfte: 0 | Bevölkerung: 0 |
|---|---|---|---|
| Tote | Beschäftigte: 0 | Einsatzkräfte: 0 | Bevölkerung: 0 |
| Art der Sachschäden | Ja | Kosten: 50000 € | |
| Art der Sachschäden | Schering: Beschädigung der Isolierung einer Rohrbrücke, von vier Fässern (ohne Produktaustritt), der Dachfläche des Fasslagers B203 | ||
| Art der Umweltschäden | Nein | Kosten: 0 € | |
| Art der Umweltschäden | |||
Beschreibung des Ereignisses
| Beschreibung des Ereignisses | Beschreibung: Am 24.09.1998 zerbarst ein Transportbehälter bei seiner Reinigung in der Spülstation einer Anlage zur Herstellung von metallorganischen Verbindungen. Die von den Kunden zurückkommenden Produkt-Transportbehälter werden vor einer erneuten Befüllung gründlich gereinigt. In einem Fall ließen sich trotz mehrfacher Reinigungsversuche die Verkrustungen an der Behälterinnenwand nicht restlos entfernen. Tests auf das Vorliegen reaktiver Alkylreste verliefen negativ. Daraufhin gab man wässrige Natronlauge auf die Verkrustung. Nachdem über einige Stunden keine Wärme- und Gasentwicklung beobachtet worden war, wurde der Behälter verschlossen und zur Verstärkung der Reinigungswirkung auf einem Rollenbock um seine Längsachse gedreht. Kurze Zeit später zerbarst der Behälter. Er riss in seiner Längsachse auf, ein Klöpperboden wurde abgesprengt und beschädigte eine Heptanleitung. Austretendes Heptan entzündete sich und das Feuer ergriff das gesamte Gebäude. Es entstand ein umfangreicher Sachschaden. Verletzt wurden zwei Personen mit schweren Brandverletzungen - in einem Fall mit Todesfolge. Ursächlich für das Ereignis war ein Innendruckaufbau im Behälter durch die Entwicklung brennbarer Gase, vornehmlich Wasserstoff, bei der chemischen Reaktion der wässrigen Natronlauge mit Aluminiumalkylrückständen. Der Behälter war entgegen der Betriebsanweisung geschlossen worden. |
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Notfallmaßnahmen
| Beschreibung der Notfallmaßnahmen |
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Schlussfolgerung
| Beschreibung der Schlussfolgerung | Vorkehrungen zur Vermeidung: - Die Behälterreinigungen erfolgen mit einem Spülmedium, das mit den Behälterverkrustungen nicht reagiert - wie z. B. Heptan. - Meß- und regeltechnische Ausrüstung der Spülstation mit Waagen, um durch Vor- und Nachwiegung die verbleibenden Restmengen nach dem Spülvorgang zu bestimmen und Überfüllung während des Spülvorgangs zu vermeiden. - Überarbeitung der Betriebsvorschriften. - Durchführung von Sicherheitstrainings. - Betrachtung von Störfallszenarien, wie Brand- und Explosionsereignisse. - Überprüfung der Alarmpläne. - Fortschreibung der Sicherheitsanalyse. |
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ausgewertete Unterlagen
| ausgewertete Unterlagen | Meldung nach § 11 Abs. 3 Störfall-VO |
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